Rektusdiastase-OP: Verfahren, Ablauf und Heilung
Aktualisiert September 2026
Prof. Dr. Jörg Schröder & Dr. Karl-Heinz Moser
Nicht jede Rektusdiastase muss operiert werden. Wenn gezieltes Training und Physiotherapie keine ausreichende Verbesserung bringen, deutliche funktionelle Beschwerden bestehen oder zusätzlich ein Nabel- beziehungsweise Bauchwandbruch vorliegt, kann eine operative Behandlung sinnvoll sein.
Bei Chirurgica Colonia kommen je nach Befund unter anderem minimalinvasive Verfahren wie e-TEP und e-MILOS zum Einsatz. Dabei kann die Bauchwand rekonstruiert und bei Bedarf gleichzeitig ein vorhandener Bruch versorgt werden. Die Wahl des Verfahrens richtet sich unter anderem nach Lage und Ausprägung des Befunds.
Wer zunächst wissen möchte, was eine Rektusdiastase ist, welche Symptome auftreten und welche konservativen Möglichkeiten bestehen, findet diese Informationen in unserem Ratgeber zur Rektusdiastase.
Wann sollte eine Rektusdiastase operiert werden?
Eine Operation ist in der Regel nicht der erste Behandlungsschritt.
Bei vielen Betroffenen steht zunächst ein gezieltes Training der Bauch- und Rumpfmuskulatur im Vordergrund. Eine operative Behandlung ist insbesondere dann eine mögliche Option, wenn trotz Training Beschwerden und Instabilität bestehen oder zusätzlich ein Nabel- oder anderer Bauchwandbruch vorliegt.
Eine chirurgische Beurteilung kann daher sinnvoll sein bei:
- anhaltenden funktionellen Beschwerden,
- deutlicher Instabilität der Bauchwand,
- ausgeprägter Rektusdiastase,
- gleichzeitigem Nabel- oder Oberbauchbruch,
- fehlender ausreichender Verbesserung trotz konservativer Behandlung.
Die Größe der Rektusdiastase allein entscheidet nicht automatisch über eine Operation.
Welche Operationsverfahren gibt es bei einer Rektusdiastase?
Welche Methode geeignet ist, hängt vom individuellen Befund ab. Wichtig sind unter anderem die Ausprägung der Rektusdiastase, mögliche zusätzliche Hernien sowie deren Lage.
Bei geeigneten Befunden sind e-TEP und e-MILOS unsere bevorzugten minimalinvasiven Verfahren.
Minimalinvasive Rektusdiastase-OP
Minimalinvasive Verfahren arbeiten mit kleinen Zugängen statt eines langen Bauchschnitts.
Ziel ist es, die Bauchwand zu stabilisieren und die auseinandergewichenen Strukturen wieder anzunähern. Besteht gleichzeitig eine Hernie, kann diese im selben Eingriff versorgt werden.
e-TEP bei Rektusdiastase
Beim e-TEP-Verfahren erfolgt der Zugang über mehrere kleine Schnitte im Unterbauch. Das Verfahren orientiert sich technisch an endoskopischen Hernienoperationen. Wir setzen e-TEP insbesondere auch bei Nabel- oder Oberbauchbrüchen in Kombination mit einer Rektusdiastase ein.
Dabei kann die Bauchwand von innen rekonstruiert und zusätzlich durch ein Netz stabilisiert werden.
e-MILOS
MILOS steht für Mini or Less Open Sublay. Bei diesem Verfahren wird über einen kleinen Zugang gearbeitet.
Das Netz wird hinter der Bauchmuskulatur und außerhalb des eigentlichen Bauchraums positioniert. Gleichzeitig kann die Mittellinie durch eine Naht rekonstruiert werden.
Welche Methode besser geeignet ist, hängt insbesondere von der Lage des Befundes und möglichen zusätzlichen Brüchen ab.
Wird bei einer Rektusdiastase-OP ein Netz eingesetzt?
Bei einer Rektusdiastase mit zusätzlichem Bauchwandbruch kann ein Kunststoffnetz zur Stabilisierung eingesetzt werden.
Ob ein Netz notwendig ist, hängt jedoch vom individuellen Befund ab.
Eine Rektusdiastase ohne zusätzliche Hernie ist nicht automatisch mit derselben Behandlung gleichzusetzen wie eine Rektusdiastase zusammen mit einem Nabelbruch.
Deshalb sollte die Frage „mit oder ohne Netz?“ erst nach Untersuchung und Festlegung des Operationskonzepts beantwortet werden.
Nabelbruch und Rektusdiastase gemeinsam operieren
Eine Rektusdiastase und ein Nabelbruch können gleichzeitig auftreten.
In diesem Fall geht es bei der Operation nicht nur darum, die sichtbare Lücke zwischen den Bauchmuskeln zu verkleinern. Auch der eigentliche Bauchwandbruch muss sicher versorgt werden.
Dafür bieten wir ein maßgeschneidertes Konzept an, bei dem sich die Wahl des Operationsverfahrens nach Bruchgröße und individuellen Risikofaktoren richtet.
Mehr dazu: Nabelbruch und Rektusdiastase gemeinsam behandeln
Wie läuft eine Rektusdiastase-OP ab?
Der genaue Ablauf hängt vom gewählten Verfahren ab.
Bei einem minimalinvasiven Eingriff erfolgen die Zugänge über kleine Schnitte. Anschließend wird die Bauchwand präpariert, die Mittellinie rekonstruiert und, falls erforderlich, ein Netz zur Stabilisierung eingebracht.
Welche Schritte im konkreten Fall notwendig sind, hängt davon ab, ob ausschließlich eine Rektusdiastase oder zusätzlich eine Hernie behandelt wird.
Auch Operationsdauer, Narkose und Aufenthalt können deshalb individuell unterschiedlich sein.
Heilung nach der Rektusdiastase-OP
Nach der Operation muss sich die rekonstruierte Bauchwand zunächst stabilisieren.
Wie schnell Patienten wieder belastbar sind, hängt vom Verfahren, vom Umfang der Rekonstruktion und vom persönlichen Heilungsverlauf ab.
Schmerzen nach der OP
Wundschmerzen und ein Spannungsgefühl können nach einem Eingriff auftreten. Wie stark sie ausfallen und wie lange sie anhalten, unterscheidet sich individuell.
Wie lange ist man krankgeschrieben?
Auch die Arbeitsunfähigkeit hängt stark vom Beruf ab.
Eine sitzende Tätigkeit belastet die Bauchwand anders als regelmäßiges schweres Heben oder körperliche Arbeit.
Wann darf man wieder Sport treiben?
Leichte Bewegung kann meist früher möglich sein als Krafttraining oder Sportarten mit starker Belastung der Bauchwand.
Die Rückkehr sollte daher stufenweise und entsprechend der persönlichen ärztlichen Empfehlung erfolgen.
Rektusdiastase-OP mit oder ohne Bauchstraffung?
Eine Operation der Rektusdiastase ist nicht automatisch dasselbe wie eine ästhetische Bauchdeckenstraffung.
Bei ausgeprägter Rektusdiastase und gleichzeitig überschüssigem Hautgewebe besteht die Möglichkeit, einen plastischen Chirurgen in das Behandlungsteam einzubeziehen.
Ob eine zusätzliche plastisch-chirurgische Behandlung sinnvoll ist, muss deshalb individuell beurteilt werden.
Fazit: Welche Rektusdiastase-OP ist die richtige?
Eine Rektusdiastase muss nicht automatisch operiert werden. Bestehen jedoch relevante Beschwerden trotz konservativer Behandlung oder liegt zusätzlich ein Nabel- beziehungsweise Bauchwandbruch vor, kann eine Operation sinnvoll sein.
Bei Chirurgica Colonia kommen abhängig vom Befund unter anderem e-TEP und e-MILOS zum Einsatz. Die Methode wird individuell anhand der Anatomie und möglicher zusätzlicher Hernien gewählt.
Wer lediglich mehr über Symptome, Ursachen und Training erfahren möchte, findet diese Informationen im allgemeinen Ratgeber zur Rektusdiastase. Liegt zusätzlich ein Nabelbruch vor, informiert die Leistungsseite ausführlich über die gemeinsame Behandlung.
Rektusdiastase operativ beurteilen lassen:
Häufige Fragen zur Rektusdiastase-OP
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