Analfistel

Eine Analfistel entsteht durch eine entzündliche Veränderung in den Drüsen des Afters (Krypten), vor allem durch Stuhlbestandteile verursacht, die zu einer abgekapselten Eiteransammlung, einem Abszess führen kann. Eine Fistel im engeren Sinne ist eine Verbindung zwischen dem Kryptenabszess und der Außenhaut. Die Entzündung bahnt sich einen Weg von der inneren Fistelöffnung im Analkanal nach außen zur äußeren Fistelöffnung, über die sich dann Eiter oder Flüssigkeit entleert.

 

Analfisteln im engeren Sinne werden kryptoglanduläre Fisteln genannt, die ihren Ausgangspunkt in den schleimproduzierenden Drüsen des Anus haben, die wiederum zwischen innerem und äußerem Schließmuskel liegen. Die Drüsen münden in die Krypten des Analkanals. Entzündungen in den Krypten (Kryptitis) können sich abkapseln und Abszesse bilden, die sich einen Kanal, eine Fistel, zur Haut schaffen.

Analfisteln können auch auf dem Boden einer chronischen Analfissur (Afterriß) entstehen. Dabei kann es zur bakteriellen Besiedelung und einer chronischen Entzündung kommen, die langsam in die Tiefe vordringen und den Schließmuskel durchdringen kann. Wird von dort die Hautoberfläche erreicht, ist die Fistel komplett.

Die dritte Gruppe umfasst Fisteln auf dem Boden entzündlicher Darmerkrankungen wie dem Morbus Crohn. Hier entstehen häufig komplizierte Fisteln, die alle Muskeln durchdringen können oder Fisteln zur Bauchdecke oder zum Gesäß bilden.
Es ist selten, dass eine Fistel spontan ausheilt. Eine wirksame konservative Behandlung steht nicht zur Verfügung. Aus diesem Grunde ist eine Operation nötig, bei welcher der Fistelkanal und das umgebende Gewebe entfernt werden. Die Wunde bleibt offen und heilt narbig aus. Analhygienische Maßnahmen mit Ausduschen der Wunde, Sitzbädern, häufige Verbandwechsel am Tag etc. unterstützen den Heilungsprozess, der 4 bis 6 Wochen andauern kann. Die Erfolgsquote bei unkomplizierten Fisteln beträgt 90 %.

Ist die Ursache für einen Analabszess eine zugrundeliegende Fistel, kann der Fistelgang in der gleichen Operation gespalten werden, wenn keine Schließmuskelbeteiligung vorliegt. Häufig ist es jedoch aufgrund der entzündlichen Veränderung des Gewebes nicht möglich, dieses sicher zu beurteilen. Eine lockere „Fadendrainage“ hält den Fistelgang offen und die Entzündung kann über einige Wochen abklingen. Die operative Versorgung der Fistel erfolgt dann in einem zweiten Schritt.

Die Schließmuskelfunktion kann durch den Fistelverlauf und eine Operation in unterschiedlichem Ausmaß gefährdet sein, was mit der Gefahr der Stuhlhalteschwäche (Inkontinenz) einhergeht.

Es gibt zahlreiche Strategien, um die Fistel zu beseitigen und dennoch die Kontinenz zu erhalten. Derzeit ist jedoch keine dieser Methoden in jeder Hinsicht voll befriedigend und die Heilungsraten liegen zwischen 20 und 90 %:

Analfistelspaltung mit primärer Rekonstruktion

Eine komplizizierte Fistel wird zunächst gespalten, der Fistelgang wird vollständig herauspräpariert und die durchtrennten Schließmuskeln werden dargestellt und durch Nähte wieder verschlossen, gegebenenfalls ergänzt durch eine abdeckende Schleimhautnaht. Für diese Technik werden mit bis zu 90 % die höchsten Heilungsraten angegeben. Lösen sich die Fäden, kann dies jedoch mit einer Inkontinenz für Luft oder auch für Stuhl einhergehen.

Anal Fistel Plug

Diese Operation wird für komplexe oder rezidivierende Fisteln eingesetzt. Der Plug ist eine Art Stopfen, um den Fistelgang aufzufüllen. Das Material löst sich in der Fistel auf und soll durch Narbengewebe ersetzt werden , welches die Fistel verschließt. Es besteht kein Risiko der Inkontinenz und die Operation kann wiederholt werden. Die Ergebnisse in der Literatur zeigen geringere Erfolgsraten zwischen 20 und 80% Heilungsraten.

Rektaler Mucosa-Verschiebelappen

Bei dieser Operation wird bei sehr komplexen Fisteln die innere Öffnung der Fistel mit einem Schleimhautlappen des Enddarms (Rektum) abgedeckt. Die Erfolgsquote liegt bei etwa 60 %.
Wir verfügen als Proktologen über eine jahrzehntelange Erfahrung nicht nur in der konservativen sondern insbesondere in der operativen Behandlung von Hämorrhoiden, Analfissuren, Fisteln, Abszessen und Condylomata. Komplexe Operationen bei Analfisteln mit Beteiligung des Schließmuskels gehören genauso dazu wie die einfache Spaltung eines Abszesses. Gerade bei komplexen proktologischen Eingriffen bieten wir eine besondere Expertise und garantieren hohe Qualität durch unser "4-Augen-Prinzip".

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