Operationsverfahren

Es werden alle operativen Verfahren angeboten. Dabei werden offene und endoskopische bzw. laparoskopische Verfahren durchgeführt. Alle drei Methoden in einem Zenrtum können nur 6 % aller Chirurgen in Europa anbieten. Wir gehören dazu und bieten Ihnen damit eine individuelle, für Sie perfekte Lösung:

Operation nach Lichtenstein.

Die Operation nach Lichtenstein ist ein offenes Operationsverfahren, bei dem die Bruchlücke über einen 4 bis 5 cm langen Hautschnitt mit einem Kunststoffnetz abgedeckt wird. Das Netz wird am Leistenband und auf der schrägen Bauchmuskulatur festgenäht. Die Operation nach Lichtenstein wird bei ambulanten Operationen, bei extrem großen Brüchen, bei Rezidivbrüchen nach endoskopischer/laparoskopischer Voroperation oder bei Patienten, die blutverdünnende Medikamente wie Macumar nehmen, angewandt (siehe auch Vergleich: offene und endoskopisch/laproskopische Operationen).

Offene Verfahren (Leistenbruch, Nabelbruch, Narbenbruch)

Operation nach Shouldice

Es handelt sich um ein offenes Operationsverfahren, bei dem die Leistenkanalhinterwand mit körpereigenem Gewebe verstärkt wird. Bindegewebe und Muskulatur werden in mehreren Reihen vernäht, um die Bruchlücke zu verschließen. Diese Methode sollte nur bei jungen Patientinnen/Patienten (unter 30 Jahren) mit kleinen Brüchen, die keine Risikofaktoren wie Übergewicht und Rauchen aufweisen, angewendet werden.

Nabelbruch und Narbenbruch

Bei kleinen Nabelbrüchen mit einem Durchmesser von 1 bis 2 cm und in seltenen Fällen bei einer kleinen epigastrischen Hernie oder einer kleinen Narbenhernie (z.B. nach Blinddarmoperation) kann die Bruchlücke mit mehreren Nähten, die sich nicht auflösen, verschlossen werden. Alle größeren Bauchwandbrüche sollten mit einem Kunststoffnetz verstärkt werden, damit der Bruch nicht wiederkehrt (Rezidiv).

Offene chirurgische Verfahren

Große Narbenbrüche

Bei größeren (Breite der Lücke 4 bis 10 cm) und großen Narbenbrüchen mit mehr als 10 cm Größe weist das sogenannte Sublay-Verfahren die geringsten Komplikationen auf. Die Narbe wird ausgeschnitten, die Bruchlücke dargestellt und das hintere Blatt des Bindegewebes (Rektusscheide) wird vernäht und auf dieses Bindegewebe und hinter der geraden Bauchmuskulatur (Sixpack !) wird das Netz mit Nähten fixiert. Darüber wird dann das vordere Blatt des Bindegewebes vernäht. Sublay bedeutet somit "unterhalb dieser Schicht". Die Versorgung mit Netzen auf der vorderen Schicht (Onlay) ist weniger vorteilhaft, weil dieses Verfahren mehr Komplikationen verursacht.

Ist die Bruchlücke so riesig, daß das hintere Blatt nicht verschlossen werden kann, so wird die Lücke mit speziellen Kunststoffnetzen abgedeckt, die von innen auf die Bauchwand genäht werden. Dieses Verfahren wird als offene IPOM (intra(innen)-peritoneale(Bauchfell)-Onlay-Mesh(Netz)-Technik bezeichnet.

TEP und TAPP

Die endoskopischen (TEP)/ laparoskopischen (TAPP) Operationen sind ein wichtiger Bestandteil einer umfassenden Hernienchirurgie. Beide Verfahren sind nur in Vollnarkose möglich. Bei der totalen extraperitonealen Plastik (TEP) wird die Schicht zwischen Bauchdecke und Bauchfell (Peritoneum) mit Kohlendioxid-Gas (CO2) gelöst. Endoskopische / Laparoskopische Verfahren (TEP/TAPP/IPOM)Über eine Kamera am Nabel wird dieser Raum dargestellt. Mit zwei Instrumenten, die über 1 cm große Schnitte in der Mittellinie eingebracht werden, erfolgt die Darstellung des Bruchsackes und aller anatomischen Strukturen wie Mutterband, Samenstrang, große Blutgefässe etc. Am Schluß der Operation deckt ein Kunstoffnetz die Bruchlücke in einer Breite von 15 cm weit ab.

TAPP

Die transabdominelle präperitoneale Plastik (TAPP) ist ein minimal-invasives Verfahren, bei dem die Bauchhöhle mit CO2 Gas gefüllt wird. Über den Bauch wird das Bauchfell eröffnet, um in den gleichen Raum wie bei der TEP zu gelangen. Die Operation wird ebenfalls mit zwei Instrumenten durchgeführt, mit denen über den Bauchinnenraum (transabdominell) die Netze nach Darstellung des Bruches eingebracht werden. Die Bauchfellöffnung wird am Ende der Operation mit einer Naht verschlossen, damit das Kunstoffnetz keinen Kontakt zum Darm hat.
TEP und TAPP unterscheiden sich im wesentlichen durch ihren Zugangsweg. Bei der TEP wird im Gegensatz zur TAPP die Bauchhöhle nicht eröffnet. Damit ist das Risiko, innere Organe wie den Darm zu verletzen, theoretisch geringer. Vorteil der TAPP ist die Möglichkeiten, das Innere des Bauchraumes zu inspizieren, wenn z.B. nicht klar ist, ob beide Seiten betroffen sind.

IPOM laparoskopisch

Bei der IPOM (Intra-peritoneale-onlay-Mesh)-Technik wird ein Netz laparoskopisch in den Bauchraum eingebracht und von innen über der Bruchlücke aufgespannt und fixiert. Diese Methode ist bei Bauchwandbrüchen mittlerer Größe (4 bis 8 cm) möglich und stellt eine alternative Methode zur offenen Operation bei großen Nabel- oder Narbenbrüchen da. Im deutschen Register für Bauchwandhernien (Herniamed) wird der Anteil der laparoskopischen Operationen mit 12 % bei Nabelbrüchen und mit einem Drittel der Operationen bei Narbenbrüchen angegeben. Es kommt immer wieder zu Verklebungen des Darms mit dem Netz, so daß diese Methode nur in ganz speziellen Fällen verwendet werden sollte.
Die beiden wichtigsten Verfahren der Leistenbruch Chirurgie sind die traditionelle offene Operation und die endoskopische / laparoskopische Methode. Es gibt keine Technik, die eindeutig überlegen ist. Patienten mit bestimmten Arten von Brüchen können von der offenen Leistenbruch Operation profitieren, während andere von einer endoskopisch/laparoskopischen Operation Vorteile haben. Die Größe des Bruches, die Lage und die Tatsache, ob es sich um ein- oder beidseitige Brüche handelt, haben Einfluss darauf, welche Operationsmethode bevorzugt wird. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die wesentlichen Unterschiede der beiden Verfahren:

Offene Hernienchirurgie

Endoskopische / laparoskopische Hernienchirurgie

Standardmethode bei Patienten mit Risikofaktoren wie Lungenerkrankungen, Zuckerkrankheit oder Blutverdünnung. 70 % aller Patienten werden minimal invasiv operiert. Ideal für Patienten ohne Risikofaktoren.
Das häufigste Verfahren ist die "Operation nach Lichtenstein" als offene Operation mit einer Netzverstärkung. Die netzfreie Alternative nach "Shouldice" wird heutzutage nur noch selten angewandt. Das endoskopische und das laparoskopische Verfahren (TEP und TAPP) sind als gleichwertig anzusehen.
Kann unter örtlicher Betäubung, in Rückenmarksnarkose oder Vollnarkose durchgeführt werden. Ca. 4 bis 5 cm langer Leistenschnitt. Erfordert immer eine Vollnarkose. Ca. 1 bis 2 cm langer Schnitt unterhalb des Nabels und zwei kleine Einstiche im Unterbauch.
Wird bei einseitigen Brüchen und bei Rezidiven nach endoskopischer Voroperation empfohlen. Verfahren der Wahl bei sehr großen Brüchen. Ideal bei beidseitigen Brüchen und bei Rezidiven nach offener Voroperation. Gleichwertig bei einseitigen Brüchen.
Kein Unterschied in Rezidivraten, erneuten Operationen und Schmerzraten im Vergleich zur offenen OP.
Mehr Komplikationen, vor allem bedingt durch die Anwendung bei großen Brüchen und bei Patienten mit Risikofaktoren. Signifikant weniger Komplikationen wie Blutungen und Infektionen wie z.B. Wundinfektionen.
Das Netz wird auf der Leistenwand platziert und am Leistenband und auf dem Muskel vernäht. Das Netz wird hinter der Leistenwand platziert, liegt zwischen Bauchfell und Leistenkanalhinterwand und wird nicht vernäht.
Alle Patienten können innerhalb von 2 bis 3 Wochen zu normalen Aktivitäten zurückkehren. Alle Patienten können innerhalb von 1 bis 2 Wochen zu normalen Aktivitäten zurückkehren.
Option für Selbstzahler und als ambulante Operation. Nur unter stationären Bedingungen möglich.

Im persönlichen Gespräch werden Ihnen die Vor- und Nachteile der jeweiligen Verfahren erörtert und wir werden Ihnen eine für Sie maßgeschneiderte Operation empfehlen.

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