Netze gestern und heute

Manche Patienten haben Bedenken zu Herniennetzen: "Ich habe Klagen von Patienten gehört, die ein Netz implantiert bekommen haben".  Es gibt eine Fülle von negativen Informationen online und Vorurteile von Patienten, daß bestimmte Komplikationen wie Schmerzen nur durch die Verwendung von Kunstoffnetzen ausgelöst wurden.

Wir hoffen, daß Sie durch die folgenden Informationen verstehen, warum Sie keine Bedenken haben müssen, wenn wir bei den meisten Bruchoperationen Kunstoffnetze zur Verstärkung verwenden.

Bis vor etwa 10 Jahren wurden schwere Netze benutzt, die eine starke Narbenreaktion hervorgerufen haben. Das spürten die Patienten und die erhebliche Narbenbildung war der Hauptgrund für chronische Schmerzen nach der Operation. Auf die Struktur der Kunststoffnetze von heute ist das nicht mehr übertragbar. Die Technik hat sich extrem entwickelt und wir verwenden heute nur noch leichte und großporige Netze.

Die heutigen Netze sind weich und flexibel wie die Muskeln selbst und haben die Reißfestigkeit vom 5fachen eines Muskels. Die Netze verursachen viel weniger Narbengewebe, weil die Löcher im Netz (Poren) größer sind. Das Narbengewebe kann nicht "überspringen" (Bridging Phänomen), wenig Narbengewebe fixiert das Netz auf dem Gewebe, das Netz bleibt flexibel und es gibt keine Narbenplatte mehr. Die Chance von akuten und chronischen Schmerzen nach einer Bruchoperation wurde dadurch auf ein Minimum reduziert.

Die Netze bei einer Leistenbruch Operation haben ein Gewicht von weniger als einem Gramm bezogen auf eine Netzgröße von 10 x 15 cm. Dies ist ein "Hauch von nichts", man spürt diese Netze nicht, sie schrumpfen nur gering und bieten eine ausgezeichnete Lebensqualität. Allergien sind nicht bekannt.

Bioverträglichkeit ist ein großes Thema auch in der Netzforschung. Die bisherigen Netze sind entweder aus reinem Kuststoff (Polypropylene) oder aus teilresorbierbarem Material, bei dem sich ein Teil in wenigen Monaten auflöst. Dieses reduziert die Menge des Fremdkörpers im Gewebe bei ausreichender Festigkeit. Biologische Netze sind eine potentielle Alternative zu diesen synthetischen Netzen. Biologische Netze werden ins Gewebe eingebaut und rufen das Wachstum von neuem, festem Gewebe hervor. Es bleibt kein Fremdkörper zurück. Biologische Netze haben aber bisher keine eindeutigen Vorteile zeigen können im Vergleich zu den von uns verwendeten Kunststoffnetzen. Einen festen Platz haben sie aber bei Operationen, in denen das Wundgebiet stark entzündet ist und wo keine Kunststoffnetze eingebracht werden dürfen.

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